Stoffdiät – Update im Juli 2018

Etwas spät aber noch so eben rechtzeitig, möchte ich auch mein Stoffdiät-Update bekanntgeben.

Es geht also konkret darum, wie für jede/n von uns die Monate Mai und Juni 2018 gelaufen sind.

Ich habe wieder mal KEINE Stoffe gekauft! Darauf bin ich ziemlich stolz, ehrlich gesagt. Ich wundere mich nach wie vor, wie viel ich aus dem Fundus und dazu geschenkten gebrauchten Sachen nähen kann, ohne das Gefühl des Verzichts zu haben. Es entstehen immer wieder hübsche Sachen; gerade für die Kinder. Und es spricht sich herum, dass ich Altkleider sammle, um daraus neue Sachen zu kreieren. Ich bekomme immer wieder von lieben Mitmenschen Sachen geschenkt. Teilweise ganz entschuldigend auch kaputte Sachen oder Dinge, aus denen Flecken nicht mehr heraus gehen. Das ist aber völlig ok. Ich brauche ja auch nicht immer den ganzen Stoff. Und manches Mal verwende ich dann nur die Schnallen, Reißverschlüsse Bänder etc. Das erspart mir eine Menge Geld und der Umwelt auch noch mehr Belastung durch Müllvermeidung, Vermeidung von Herstellprozessen etc. Im Gegenzug helfe ich dann auch gerne bei kleineren Reparaturen oder nähe ein gewünschtes Teil. Bisher hält sich das in Grenzen. Ich denke nur, dass ich aufpassen muss, dass dies nicht Überhand nimmt, denn ich möchte ja keine Auftragsschneiderei eröffnen, sondern meinem Hobby frönen… 😉

Ich habe den Eindruck, dass mich diese Herausforderung, kein Geld für Stoffe und Nähzubehör auszugeben, anspornt. Hinzu kommt, der immer stärker werdende Wunsch von mir, Nachhaltigkeit zu leben. Das bedeutet in Punkto Nähen für mich, vorhandene Stoffe, auch die vernähten, sprich „Altkleider“, Vorhänge, Bettwäsche, alte Taschen etc. inklusive Nähzubehör wie Reißverschlüsse, Knöpfe, Bänder usw. zu nutzen. Das bedeutet in manchen Bereichen einen gewissen Mehraufwand an Zeit und Mühen (Stichwort: Reißverschluss heraustrennen… Igitt!!), letztlich macht es mich aber denn doch stolz, wenn ich das fertige Produkt vor mir liegen habe.

Nun zu meiner Bilanz. Ich habe nicht besonders viel genäht in den beiden Monaten. Irgendwie war immer irgend etwas Anderes (z. B. der riesige Gemüsegarten, den ich dieses Jahr angelegt habe…). Aber ein bisschen was ist doch vernäht worden. 😉

Hinzu kamen Reparaturarbeiten, bei denen kleinste Reste aufgebraucht wurden:

  • Jeggings mit Flicken versorgt
  • Leggings mittels neuen Kniestücken verlängert und geflickt

Ein Ufo wurde vollendet und hierfür auch Stoffreste verwertet.

Außerdem haben die Kinder und ich aus Stoffresten mit der Zickzack-Schere kleine Stoffläppchen geschnitten, die wir nun anstatt Küchenrolle o. ä. bei Tisch benutzen; z. B. zum Mund abwischen, kleinere „Unfälle“ beseitigen. Das hat Spaß gemacht und vermeidet Müll. 🙂

Desweiteren habe ich mich immer mal wieder dem Reparaturkorb gewidmet. Das hat auch unglaublich gut getan. Obwohl es teilweise keinen Stoff verbraucht hat, hatten die Kinder dadurch dann doch wieder einige Teile mehr im Kleiderschrank. Außerdem ist diese Kiste mein materiell gewordenes schlechtes Gewissen.

Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit mir. 🙂 Mein Ziel war und bleibt es, so wenig Geld wie möglich für dieses doch ziemlich kostenintensive Hobby auszugeben. Das habe ich erreicht. Nicht zu den Ausgaben zähle ich diejenigen, die ich aus meinem Taschengeld bezahle, wie z. B. Reparatur der Nähmaschine, Neuanschaffung von Geräten (Coverlock). Lediglich Stoffe und Verbrauchsmaterial, wie Garne, Nadeln, Reißverschlüsse etc. belasten unsere Haushaltskasse. Und in diesem Punkt möchte ich eben sparen. Das habe ich geschafft! 🙂

Im Juni habe ich das erste Mal in 2018 Geld ausgegeben. Und zwar war mir die letzte Stretchnadel kaputt gegangen, also habe ich ein neues Päckchen erstanden, außerdem benötigte ich neues Stickvlies, weißes Nähgarn und Gummiband. Gummiband verbrauche ich ohne Ende für die ganzen Leggings, Schlüpfer usw. für die Mädels, daher habe ich da auch direkt 10 m geholt. Summa summarum waren es ca. 30 € inklusive Versand, die in 2018 angefallen sind. Perfekt!

Für dieses Update gab es eine „Zusatzaufgabe“. So wurden die Kleidungsnäherinnen unter uns angeregt, doch auch mal Accessoires oder Patchwork zu nähen. Da ich hauptsächlich Kinderkleidung nähe, bin ich jetzt nicht sooo die Patchworkerin. Aber ich kann verraten, dass mich das Thema reizt und dass im Juli ein entsprechendes Teil entstanden ist. Dazu schreibe ich bald noch einen Post. Naja, und ich vernähe ja bei der Kleidung oftmals verschiedene Stoffe, ich denke, das ist in gewisser Hinsicht „kleines“ Patchwork. 🙂

Tja, mir ist aufgefallen, dass es mir nach wie vor schwer fällt, ordentlich zu bilanzieren. Da ich auch nicht immer alles direkt poste oder posten kann, bin ich dazu übergegangen, meine vollendeten Werke schriftlich festzuhalten. Leider bin ich da nicht so konsequent (oder ganz klar gesagt: faul!!). Das ist aber eigentlich zu meinem Schaden, denn ich neige ja dazu, mein Licht unter den Scheffel zu stellen und die erreichten Ziele zu „vergessen“ und mich eher an das nicht Erreichte zu erinnern und mich dewegen zu martern. Das möchte ich ändern. Nähen als Therapie sozusagen. 😉

Mal sehen, ob ich dieses Nebenziel erreiche…

 

Stoffdiät – Update im Juli 2018
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4 Gedanken zu „Stoffdiät – Update im Juli 2018

  • 24. Juli 2018 um 23:35
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    Hallo Tanja,
    schön, dass du deine Ziele erreicht hast. Bei der Malerei habe ich mal gelesen, dass die Reduzierung auf wenig Material oder wenige Farben oft viel bessere und spannendere Bilder erzeugt, als wenn man aus dem Vollen schöpfen kann. Beim.N ähen ist das wohl auch so. 😉 Und nachhaltiger ist es sowieso.
    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!
    Cailin

    Antworten
    • 25. Juli 2018 um 9:32
      Permalink

      Vielen Dank, liebe Cailin. Ich denke auch, dass eine Reduzierung auf das Wesentliche dem Geist Freiräume verschafft. Zumindest geht es mir so. Allerdings sagt der Zustand meines Arbeitstisches irgendwie etwas anderes aus… 🙂 Chaosqueen lässt grüßen. Ich bekomme dann aber auch immer wieder einen Rappel und räume alles weg. Wenn der Tisch dann blank ist, kann ich wieder besser kreativ sein. Lustig finde ich, dass mein Stoffvorrat trotz meiner Kaufdiät nicht wesentlich weniger wird. Ich habe halt nur keine konkreten Wunschstoffe, die gerade modern sind oder so, zur Verfügung. Da dachte ich eigentlich würde mein Problem liegen. Aber glücklicherweise ist das nicht der Fall. Es sind immer wieder so viele schöne Stoffe dabei, dass ich auch immer wieder schöne Dinge kreieren kann. Und wenn dann doch mal etwas Konkretes fehlen sollte, kann ich es ja gezielt dazu kaufen. 😉
      Dir auch ganz liebe Grüße
      Tanja

      Antworten
  • 25. Juli 2018 um 22:59
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    Wie schön, du hast es geschafft keine Stoffe zu kaufen. Das ist schon ein großer Erfolg.
    LG Mirella

    Antworten
    • 27. Juli 2018 um 10:05
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      Vielen Dank! 🙂 Ich finde die gemeinsame „Diät“ wirklich motivierend.

      LG Tanja

      Antworten

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