Reparieren ist befreiend

Ja, genau, so sehe ich das. Schade nur, dass ich das zwischendurch vergesse. Aber momentan bin ich so richtig in Schwung. 🙂 Gestern habe ich zwei Kinderpullis, eine Herrenjeans und eine Kinderhose repariert bzw. verlängert! Und, schwupps, sind die Schränke wieder besser gefüllt. Aber der Reihe nach.

Am 18.12.19 hatten die Kinder eine Adventsaufführung von der Schule aus. Morgens im Bad sagt ein Kind zu mir: „Duuhuuu, Mami.. Ich würde am liebsten heute Abend einen Pulli mit einem Rentier vorne drauf anziehen…“ Man stelle sich hier bitte einen herzzerreißenden Augenaufschlag vor!

Und zack, war sie weg auf dem Weg zur Schule. Und ließ eine hadernde Mutter zurück. Das war eine Herausforderung! Eine, die ich schaffen könnte… Ich wollte doch schon länger sowas nähen… Appli lag schon als Schnittmuster vor… Ja, das versuche ich! Schnell noch eine Weihnachtsmannmütze für das andere Kind genäht (das hatte sie schon vorher angemeldet..) und dann, ran an den Speck. Ich hatte doch da einen Pulli meines Mannes zum Upcycling (da hatte ich beim Waschen übersehen, dass ein Schurwollanteil im Material war; nach der Wäsche passte er in Gr. 134 perfekt. Hüstel. Nein, das war KEINE Absicht!!) Der war ideal dafür.. Aus Resten und upgecycleten Stoffen, habe ich dann die Applikation genäht. Es musste schnell gehen, also habe ich die einzelnen Teile nur mit einem kleinen Geradstich gestichelt. Das war wohl ein Fehler. 🙁

An dem Abend und auch danach war mein Kind super mega glücklich. Der Pulli mutierte zum Lieblingsstück und wurde entsprechend mehrfach gewaschen – Pilling lässt grüßen. Aber das stört meine Kinder glücklicherweise nicht. Sie sind absolut keine Modepüppchen. Nach der letzten Wäsche lösten sich allerdings teilweise die applizierten Stoffe. Also landete der Pulli auf meinem berühmt berüchtigten Korb…

Und siehe da, er landete erstaunlich schnell unter der Nadel. Nun habe ich die betreffenden Stoffe mit engem Zickzack umrandet. Das ist jetzt das Ergebnis:

Die Hose meines Mannes habe ich genauso wie die letzte Hose geflickt. Da es ja im angezogenen Zustand eine nicht ersichtliche Stelle ist, wird sie wohl auch weiterhin im Büro getragen; dort gibt es glücklicherweise keinen Dresscode. Leider habe ich vergessen, vorher ein Foto zu machen. Also gibt es hier nur Bilder vom Ergebnis..

Naja, dann gab es noch einen Upcyclingpulli für meine Kinder. Eigentlich eine fixe Sache. Schmaler geschnitten, Ärmel neu zugeschnitten, fertig. Bis dann das Kind am Esstisch sitzt und ich mich frage, warum sie den Pulli vor dem Anziehen nicht auf rechts gedreht hat. Dann schaue ich näher hin und kann es kaum fassen: Ich hatte einen Ärmel links auf rechts angenäht!!! Unfassbar! Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Denn, ich hatte das perfekt passende Garn gefunden, dass man kaum erkennen konnte und der Pulli ist gestrickt…. Nunja, das Auftrennen der Ärmelansatznaht hat eeeeewig gedauert. Aber irgendwann war auch das geschafft! Und gestern dann der große Moment: Ärmel neu angenäht – und dieses Mal richtig herum!

Ja, und als letztes lag noch eine Kinderhose auf dem Stapel. Diese war aus einem von den Kindern selbst ausgesuchten Stoff genäht (Nicki, Bioqualität). Leider reißt der Stoff neben der Ponaht regelmäßig ein. Ich hatte es schon mal geflickt. Dieses Mal habe ich von innen einen Rest eines upgecycleten Shirts gegen genäht. Solche Stofffetzen nehme ich lieber als Vlies.. Da die Hose schon etwas länger auf meinem Korb lag.. Huuust…. ist sie mittlerweile etwas zu kurz. Also habe ich aus dem Kombistoff, den ich am Bund und an der Kniepartie genutzt hatte, eine Hosenverlängerung gebastelt… Ging eigentlich alles recht schnell. Hmmm, weiß der Kuckuck warum ich mir für sowas oft so lange Zeit lasse…

Ja, das war das Werk von gestern Nachmittag, während ein Kind bei einer Freundin spielte und die andere mit ihrer Freundin im Kinderzimmer „geheime“ Briefe schrieb. Sie werden älter. Mittlerweile kann ich dann einfach nähen. Das sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Die Reparaturarbeiten sind teilweise nicht die besten. Aber zurzeit arbeute ich daran auch mal unperfekt zu sein. Besser unperfekt repariert als gar nicht.

Aber um zu zeigen, dass auch mein Mann repariert: Im Bad war die Kontrollklappe an der Wanne herausgefallen und die darauf verklebten Fliesen zerbrochen. Nun war dort ein großes, hässliches Loch. Wie das dann oft so ist, haben wir überlegt, wie man da sam unauffälligsten reparieren könnte und ob im Keller vielleicht noch Fliesenrerste zu finden seien. Wir haben das Haus 2015 gekauft, die Voreigentümer haben im Keller diverse Fliesenreste gehortet. Teilweise auch von >Fliesen, die gar nicht mehr im Haus verlegt sind. Diesen Kellerbereich werden wir auch bald mal ausmisten.

Jedenfalls kam mein Mann plötzlich vor ein paar Tagen mit einer Holzplatte an und fragte, ob das nicht auch reichen würde. Ja, natürlich! Prima! Ich muss dazu sagen, dass das Bad schon sehr sehr alt ist und es überall kaputte Fliesen und andere !Baustellen“ existieren. Für ein neus Bad müssen wir allerdings erst mal tüchtig sparen. Das können wir wohl erst realisieren, wenn ich wieder arbeiten gehe und mit Geld verdiene… Hier nun das Provisorium:

Kommentar der Kinder: Ooooh, dürfen wir das anmalen?! Hmm, gute Idee eigentlich. 🙂

Diesen Post verlinke ich bei Valomea.

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