Minimalismus und die Nebenwirkungen

Ich entrümpel weiterhin fleißig unseren Hausstand. Zur Zeit befinde ich mich ja diesbezüglich hauptsächlich im Arbeitszimmer. So langsam wird es übersichtlicher. Ich habe nach wie vor ein gemäßigtes Tempo und das finde ich auch immer noch gut so. Im Schnitt verlassen jeden Tag 1-2 Sachen unser Haus. Es tut gut, die Päckchen und Pakete zur Post zu bringen. Dem Konto tut es auch gut… 😉

Da mein Mann mich in dieser Hinsicht sehr unterstützt, sprechen wir auch immer wieder darüber, was das mit uns anstellt, diese Entrümpelei. Es ist uns sehr wichtig, dass wir diesen entrümpelten Zustand dann auch beibehalten. Wir entwickeln Strategien, wie wir unser Haus von unserem Chaos frei halten. Dazu gehört u. a. dass wir freie Fächen nicht mehr als Ablageflächen nutzen. Aber dann fragen wir uns, wie wir das schaffen sollen. Dazu versuchen wir die Ursachen dafür zu finden, dass das überhaupt passiert. Die Ursachen sind vielfältig. Teilweise lag es eben daran, dass es zuviel Zeugs war (und ja auch immer noch ist), dann gibt es den Grund, dass manche Dinge noch nicht ihren Platz gefunden haben im Haus, naja und es gibt ja auch noch den nicht zu vernachlässigenden Grund, dass wir jetzt mal nicht soo die ordentlichsten Menschen auf diesem Planeten sind *hüstel*.

Ja, wir versuchen ehrlich zu uns selbst zu sein. Und das ist eben oft auch unbequem. So erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich ein Teil z. B. aus der Küche entfernen möchte aber gerade keine Lust habe, es an seinen angestammten Platz zu bringen und es stattdessen mal wieder irgendwo „zwischenlagern“ möchte, damit ich es dann später (nie?!!!) an den entsprechenden Ort räumen werde. Aber ich habe dazu gelernt. Ich gehe jetzt täglich sicher mindestens 20 Schritte mehr, ui. 😉 Weil ich nämlich gegen diesen Reflex arbeite, und dann doch zu dem Schränkchen um die Ecke oder unsere neue Treppenablage laufe.

Ach ja, der Trick mit der Treppenablage funktioniert übrigens prima. Anfangs lag ja noch sehr viel auf der Treppe, dass dann eben in die andere Etage gebracht werden musste. Mittlerweile wird das immer weniger. Es ist schon eine Art Automatismus geworden, wenn man die Etage wechselt, eben auch eine Kleinigkeit mit hoch oder runter zu nehmen UND dies dann an seinen Platz zu bringen. Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, dass DAS wirklich funktionieren wird. Aber es geht!

Es ist halt doch möglich, Gewohnheiten zu verändern. Ich hoffe, das wird auch so bleiben. Ich finde das System nämlich echt super.

Außerdem fangen wir an, uns Gedanken zu machen, wie wir die Rumpelkammern ordnen und gestalten werden (Regale bauen, was wird dort überhaupt gelagert usw.). Das bedeutet, wir gehen davon aus, dass diese Umorganisation irgendwann möglich sein wird, weil nämlich das ganze Gerümpel, was zur Zeit nur nervt und im Weg ist, irgendwann weg sein wird. Das finde ich total positiv. Was uns vorher so schwer auf den Schultern lag, ist gedanklich schon weg. Prima! Es scheint der richtige Weg für uns zu sein.

Und so ganz nebenbei leben wir das unseren Kindern vor. Die hatten nämlich bisher keine guten Vorbilder, was Ordnung halten angeht *räusper*. Aber auch in dieser Hinsicht sind und waren wir auch immer schon sehr selbstkritisch. Ich lasse die Kinder auch an meiner Entrümpelungsaktivität teil haben. Ich erzähle ihnen davon, sie bringen teilweise mit mir die Post weg und sie haben jetzt gesagt, sie möchten unbedingt auch mal solche Päckchen packen. Sie interessieren sich dafür, wie das mit ebay funktioniert und bald wollen wir auch Spermüll an die Straße stellen. Auch dabei wollen sie helfen. Mittlerweile können sie selbst auch in ihrem Spielbereich besser aufräumen und aussortieren.

Eine weitere Nebenwirkung ist, dass so kleine Reparaturen u. ä. gemacht werden. Mein Mann macht mittlerweile auch immer mal wieder eine Kleinigkeit, die ihn „immer schon genervt“ hat, einfach weg. Eine Halterung, die schon ein Jahr im Arbeitszimmer herum lag, hat er „mal eben“ im Kinderzimmer angebracht, die kaputte Schublade im Wohnzimmerschränkchen repariert usw. Es tut gut, diese Dinge zu erledigen. Es sind diese lästigen Kleinigkeiten, auf die man meistens keine Lust hat, die aber, wenn sie mal gemacht sind, ungemein erleichtern.

Unser ganz eigener Minimalismusweg tut offensichtlich der ganzen Familie gut. Und das war/ist mir auch das Hauptanliegen. 🙂

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