Kleidung aussortieren brauche ich nicht – oder doch?!

Das Entrümpeln stockte bei mir, weil ich am Mittwoch letzter Woche zum dritten Mal geimpft worden bin und wie jedes Mal sehr heftig darauf reagiert habe. Ich war 4 Tage außer Gefecht; aber so komplett!

Danach dachte ich mir: „Kannst dir ja mal deinen Kleiderschrank vornehmen. Das wird ja nicht so viel.“

Zur Erklärung:

Das ist unser Kleiderschrank. Er ist 2,50 m breit und ca. 1,86 m hoch. Hierin bringen wir die komplette Kleidung unserer vierköpfigen Familie unter; inklusive meines Hochzeitskleides, von dem ich mich nicht trennen mag, diverser Schuhe, Jacken, Arbeits- und Sportkleidung, einfach alles…

Zusätzlich haben wir natürlich noch die aktuellen Jacken und Schuhe im Flur an der Garderobe, sowie Hausschuhe, Gartenschuhe, sowas eben.

In diesem Bereich haben wir die Kleidung der Kinder und meine untergebracht. Mir „gehören“ die 6 oberen Fächer und ein kleines Fach in der Seite meines Mannes..

Also ran an den Speck und alles rausgeholt.

Meine Güte, was alles in sieben Fächer passt!!!

An dieser Stelle möchte ich etwas erklären. Viele behaupten ja, dass Kleidung aussortieren relativ unemotional sei. Das sehe ich anders. Ich hatte eine gesundheitlich sehr schwierige Zeit von ca. 2015-2019. In dieser Zeit habe ich sage und schreibe 20 kg zugenommen! Ich habe das aber immer nur im Spiegel gesehen und an der Kleidung, gefühlt habe ich das nicht! Irgendwie gehörte das nicht zu mir, falls das jetzt so nachvollziehbar ist. Ich weiß sonst nicht, wie ich das erklären soll.

Jedenfalls habe ich mich standhaft geweigert, neue Kleidung zu kaufen, die dieser „Übergangsfigur“ gepasst hätte. Ich bekomme ja regelmäßig abgelegte Kleidung zugesteckt, aus der ich „noch etwas machen könnte“: In diesem Fall habe ich mich daran bedient. Zusätzlich habe ich das eine oder andere gebrauchte Teil gekauft. Irgendwann habe ich mich von meiner alten Kleidung, in die ich ja nun nicht mehr passte, größtenteils getrennt. Zwischenzeitlich hat sich auch mein Stil geändert. Das ist sowohl dem Alter als auch den anderen Lebensumstände geschuldet. Daher habe ich auch Kleidung, die mir (noch) nicht passt. Ich muss dazu sagen, dass ich zwischenzeitlich wieder 13 kg abgenommen habe.

Langer Rede kurzer Sinn, das alles habe ich aussortiert:

Ich gebe zu, ich war wirklich überrascht! Es sind 41 Kleidungsstücke, die meinen Schrankteil verlassen..

Die Sportschuhe und das Kleid vorne links wandern in einen Karton, in dem ich Kleidung lagere, die meinen Kindern noch zu groß ist. Das hat sich echt bewährt in den letzten Jahren. Wir bekommen immer mal was von Nachbarn und Freunden geschenkt, deren Töchter allerdings so ca. 6-9 Jahre älter sind. Nach und nach wachsen sie da hinein.

Die drei Kleidungsstücke vorne rechts möchte ich noch verkaufen.

Die Sachen in der Mitte kommen zum Sozialkaufhaus.

Und die Kleidung ganz hinten kommt in die Altkleidersammlung.

Ich finde es ja total spannend, dass es innerhalb Deutschlands und teilweise von Kreis zu Kreis total unterschiedliche Formen der Abfallverwertung bzw. -sammlung gibt. Bei uns werden alte CD´s z. B. im Rathaus gesammelt. Außerdem hat unser Abfallentsorger eigene Altkleidercontainer aufgestellt. Hier dürfen explizit kaputte Kleidungsstücke zum Recycling hinein gegeben werden. Noch brauchbare Kleidung gebe ich nicht in Altkleidercontainer, sondern ins Sozialkaufhaus, als Sachspende. Da weiß ich, dass sie wirklich weiter gegeben wird. Und die Preise dort sind absolut gering. Wir gehen selbst manchmal dorthin. Die Kinder haben da auch schon Kleidung geschenkt bekommen. Die bereichern sich nicht daran.

Also bis auf 2 Sachen wird alles das Haus verlassen. Das sind demnach 39 Kleidungsstücke. Zusätzlich habe ich „nebenbei“ noch ein uraltes Spiel für die Reise zum Sozialkaufhaus verabschiedet. Weiß der Geier, warum das mit mir so oft umgezogen ist?!!

Und was ist in das Haus geschlichen? So ganz heimlich, still und leise…

Das ist ein Stahlseil mit Haken. Damit möchten wir gerne die Rosen am Carport und den Wein am Haus entlang leiten. Davon wird also wahrscheinlich nur ein kleiner Teil übrig bleiben, falls überhaupt.

Also 40 Sachen raus und eine Sache rein. Das ist eine gute Bilanz für meine halbe Woche, finde ich. Außerdem hat mein Mann nun seinen Schrankteil wieder ganz für sich alleine. Meine Kleidung passt nun in sechs Fächer.

Insgesamt habe ich also jetzt 103 + 40 = 143 Sachen entrümpelt.

Und jetzt mal schauen, was die Anderen so entrümpelt haben letzte Woche….Auf zu Valomea.

Kleidung aussortieren brauche ich nicht – oder doch?!
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4 Gedanken zu „Kleidung aussortieren brauche ich nicht – oder doch?!

  • 28. Januar 2022 um 23:46
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    Liebe Tanni,
    Respekt! In doppelter Hinsicht: Du hast Dich in einem Ritt dieser großen Aufgabe gestellt und: 6 Fächer! Hut ab! Das ist nicht viel.
    LG
    Elke

    Antworten
    • 29. Januar 2022 um 15:10
      Permalink

      Vielen Dank liebe Elke.
      Ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig man eigentlich wirklich anzieht. 2 der 6 Fächer werden eigentlich nur zu Lagerzwecken genutzt.
      Die Kinder haben zusammen die unteren drei Fächer. Und kurioserweise liegen da einige Sachen, die wirklich nie angezogen werden. Ich habe schon immer mal wieder ein komisches Gefühl, wenn ich sehe, wie wenig wir haben. Aber ehrlicherweise ist selbst das noch zuviel.
      Eine meiner Töchter fragte mich, wie viele Sachen ich hätte. Ich habe daraufhin mal angefangen die Sockenpaare zu zählen. Bei 25 habe ich aufgegeben. Es ist also tatsächlich immer noch reichlich vorhanden. :-))
      LG
      Tanja

      Antworten
  • 30. Januar 2022 um 12:24
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    Hallo Tanja, ein Kleiderschrank für alle, habe ich das richtig gelesen? Das ist echt unglaublich, da ist mir mein Platz schon echt peinlich – weil alles voll ist – das ist definitiv zu voll. Du hast es richtig Klasse gemacht – mir steht das noch bevor. Liebe Grüße Patricia

    Antworten
    • 2. Februar 2022 um 17:43
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      Liebe Patricia,
      ja, Du hast richtig gelesen. :-))
      Ich habe irgendwann die Vorstellung toll gefunden, nur Sachen zu haben, die mir passen und gefallen. Das macht ja irgendwie auch Sinn; war ich nur vorher irgendwie nicht drauf gekommen… 😉
      Und dann fing es an mit dem Aussortieren. Und den ehrlichen Fragen, ob ich, selbst wenn ich wieder komplett mein altes Gewicht erreichen sollte, dann genau diese Sachen tragen möchte? Also ging dann viel viel viel aus meinem Schrank raus. Denn wir hatten vorher auch verschiedene Schränke. Der Schrank auf dem Bild war vorher alleine mit der Kleidung meines Mannes gefüllt!
      Naja und mein Mann fand das Argument auch sehr einleuchtend und hat auch aussortiert.
      Die Kinder tragen sowieso immer nur dieselben Sachen. 🙂
      Also irgendwie hat sich das in den letzten vier Jahren des Ausmistens so ergeben.
      Aber das ist UNSER Weg. Jeder sollte da sein eigenes Maß finden.
      Ich habe zum Beispiel auch keine Arbeitskleidung oder ähnliches.
      Ach ich könnte noch so viel dazu schreiben….
      LG Tanja

      Antworten

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