Der Lebensmittelvorrat

Hmm, irgendwie beschäftige ich mich in letzter Zeit gedanklich sehr mit unserer Lebensmittelbevorratung… Seit ich unseren Hausstand und unsere Ausgaben dezimiere, achte ich verstärkt darauf, keine Lebensmittel mehr weg zu werfen. Ich dachte ja bisher, da sei ich auf einem guten Stand. Aber ich muss feststellen, dass dem nicht ganz so war, wie ich angenommen hatte. So ist es zum Beispiel immer mal wieder vorgekommen, dass die Kiddies ihr Frühstück im Kindergarten nicht aufgefuttert haben. Oft landeten die Sachen dann im Müll. Zum Einen weil ich die Box nicht rechtzeitig in den Kühlschrank gelegt habe und zum Anderen, weil eben keiner die angebissenen Brote gegessen hat. Seit ich aber ja verstärkt auf diese Dinge achte, fällt mir eben auf, wie oft ich Lebensmittel weggeworfen habe, die wir doch hätten essen können. So sind die Mädels oftmals ganz wild darauf, das Frühstück zu Mittag zu essen. Na, warum nicht? Es sind ja gesunde Sachen, die sie mitbekommen. Und oftmals essen sie zusätzlich noch etwas vom vorbereiteten Mittagessen. Und wenn nicht, wäre das denn sooo schlimm?! Nein! In der Brotbox ist ja nicht nur schnödes Brot (meist selbstgebacken mit selbst gemahlenem Mehl und selbstgemachter Marmelade…), sondern auch Rohkost und Obst (alles Bio). Also noch mal: Warum denn nicht?!

Irgendwie habe ich da so ein total verqueres Denken im Hirn. Ich habe schon öfter beobachtet, dass ich grundsätzlich zu viel koche. Ich kann jetzt einfach sagen, dass das meine Mutter auch macht und ich das eben so übernommen habe. Klar. Ist ja auch so. Aber warum denn nicht ändern? Und, wovor um alles in der Welt habe ich Angst?! Ja, genau, es könnte ja mal zu wenig sein. Uiiiii! Mein Mann sagt in solchen Disputen dann immer zu mir: Na und, dann mache ich mir eben noch eine Scheibe von dem leckeren Brot. Öhm, wie jetzt? Aber das hieße ja, dass das nur MEIN komisches Denken ist? Dann finden Andere das gar nicht so schlimm? Ehrlich gesagt, wäre das für mich ja auch kein Problem. Aha! Also, dann ändere es doch! Nunja, wenn das immer so einfach wäre, hätte ja kein Mensch mehr Probleme und die Psychiater müssten sich neue Jobs suchen. Aber dennoch. Ich könnte es doch zumindestens mal versuchen… Außerdem passt das doch ganz gut zum Minimalismusgedanken…

Also koche ich neuerdings nicht mehr so, dass jederzeit weitere vier Personen mitessen könnten, sondern eben weniger. Und siehe da: meistens reicht es dicke.

Ich habe jetzt auch nicht immer Brot auf Vorrat. Wir haben so viel Essen im Schrank, man kann auch abends spontan ein Eiergericht oder Salat oder Nudeln oder sonstwas machen. Meistens ist es doch so, wenn wir denken, wir haben nicht genug, dann fahren wir alles Mögliche auf und stellen fest, es ist doch zuviel.

Ich habe früher keine spontanen Gäste zum Abendbrot angenommen, weil ich nicht genug Brot im Haus hatte. Ich habe dann allen Ernstes Freunden gesagt, wir hätten nicht genug, sie könnten heute nicht bei uns essen. Aus Angst, dass es nicht reichen und ich mich blamieren könnte… Krass!

Ich habe diese Gefühle immer noch, obwohl ich weiß, dass es auf die drei Scheiben Brot nicht ankommt und wir bisher immer noch alle satt geworden sind. Aber ich unterdrücke diese Gefühle jetzt und habe lieber einen entspannten Abend mit netten Menschen und wir sind kreativ mit den Lebensmitteln, die da sind. Mal ehrlich, so viele Freunde habe ich nicht, dass ich sie nicht alle gleichzeitig bei einem spontanen Abendessen satt bekommen würde….. Außerdem macht es Spaß, an einem solchen Abend gemeinsam in den Schränken zu krosen und Essen zuzubereiten. Oftmals haben besagte Freunde dann ganz andere Ideen und wir haben dann leckere Speisen zubereitet, die ich sonst nicht so gegessen hätte.

Das Gleiche mit den Lebensmittelvorräten. Ich muss doch nicht im Voraus Dinge kaufen, von denen ich glaube, dass ich vielleicht irgendwann spontan Lust drauf hätte, sie zu kochen. Und dann mache ich es doch nicht. Also schaue ich verstärkt auf die Lebensmittel, die wir regelmäßig im Gebrauch haben. Das mache ich ja jetzt schon seit Anfang des Jahres. Zusätzlich verbrauche ich gezielt die zuviel gekauften Sachen, so dass unsere Vorräte deutlich geschrumpft sind. Wenn ich den Schrank und das Kämmerchen öffne und diese „Leere“ im Gegensatz zu vorher sehe, bekomme ich ein Panikgefühl und würde am liebsten sofort loslaufen und einkaufen. Glücklicherweise mache ich das nicht, sondern halte mir immer wieder vor Augen, dass die Sachen, die wir ständig brauchen, ja da sind. Sogar teilweise auf Vorrat. Uff, ist das schwierig.

Und was bitteschön ist das für ein Luxusproblem?! Wir sind es ja gar nicht mehr gewohnt, auf etwas für eine Weile zu verzichten. So ist es ja auch mit den lieben Kleinen. Nun steht gerade beispielsweise Erdbeermarmelade hoch im Kurs. Da war die Marmelade aufgebraucht. Das Kind fragte, ob noch Erdbeermarmelade da sei. Panik bei der Mutter!!! Ich bemühe mich, meine Stimme ruhig zu halten und dieses Panikgefühl, dass ich meinem Kind nicht alles jederzeit geben kann, zu unterdrücken und antworte ganz ruhig, dass die Erdbeermarmelade aufgebraucht ist. Aber wir haben ja alternativ noch selbst gemachten Gänseblümchensirup, Hagebuttengelee, Brombeermarmelade etc. Das Kind antwortet ebenso ruhig. Och nö, dann nehme ich Fleischwurst, falls es die noch gibt. Kaufst Du denn beim nächsten Mal wieder Erdbeermarmelade? Klar, gerne. Thema erledigt. Überraschung! Es gab kein Drama, die Welt ging nicht unter, alles war gut.

Tanja, merkste watt? Jahaaa!

Ich habe jetzt mal ein Foto gemacht, mit den Sachen, die ich noch verbrauchen und die ich dann nicht mehr auf Vorrat haben möchte:

Es ist nicht viel aber es nervt und beschäftigt mich. Das werde ich noch los werden und dann geht es mir bestimmt besser. Manches werde ich sicherlich zum Kindergeburtstag quitt. Manches werde ich weiter geben an Andere, die sowas gerne essen und im Übrigen auch nicht allergisch dagegen sind; so wie ich gegen Kokosnuss zum Beispiel…

Ein weiteres Thema wurde durch diese neue Achtsamkeit den Lebensmitteln gegenüber noch angestoßen bei mir: Ich kaufe zuviel frisches Gemüse. Ich stellte fest, dass leider doch immer mal wieder eine Aubergine oder ein Brokkoli den pelzigen Belag bekamen.. *Hüstel* Das passierte öfter als ich es wollte. Damit muss jetzt Schluss sein! Ich dachte wie gesagt wirklich, dass ich kaum Lebensmittel wegwerfe. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, passiert es doch immer wieder. Das möchte ich nicht mehr. Ich werde nach wie vor nicht im Voraus detailliert planen, was ich in der Woche kochen werde. Aber sollte tatsächlich mal zu wenig Gemüse oder Obst da sein, werden auch Spaghetti immer gerne gegessen, oder Pfannekuchen. Oder ich flitze zum Supermarkt und kaufe dort etwas.

Aber nach der Erfahrung, die ich oben geschildert habe, wird das wohl eher nicht passieren. :-/

Meine Güte, wie kann man sich selbst jahrelang so im Weg stehen und sich andererseits auch so oft selbst was vormachen?

Und dabei ist es doch so einfach, es zu ändern. Mal für ein bis zwei Monate konsequent darauf achten und eventuell auch mal aufschreiben wie oft etwas weg geworfen wird. Und schon hat man bzw. habe ich dann diese glorreichen Erkenntnisse, die meine kleine (Gedanken)Welt revolutionieren.

Ich denke, wir werden künftig deutlich weniger Geld für Lebensmittel ausgeben (und trotzdem satt werden). Und das, obwohl wir uns überwiegend teuer bio ernähren!

Tut mir leid, dass dieser Artikel so lang geworden ist. Aber letztlich führe ich in diesem Blog ja eigentlich eine Art persönliches Tagebuch. Und dieses Thema Lebensmittel hat in mir so viel bewirkt, das wollte ich gerne zusammenhängend niederschreiben.

Ich bin wirklich gespannt, wohin mich der Weg des Minimalismus und der Nachhaltigkeit noch hinführen wird. Und mit mir die ganze Familie.

Der Lebensmittelvorrat

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