Minimalismus-Challenge 2022

https://valomea.blogspot.com/2021/12/weniger-ist-mehr-1000-teile-raus.html

Schon seit 2018 habe ich viel, sehr sehr viel entrümpelt. Ich habe es mit der Gewaltmethode gemacht und bin im ersten Jahr konsequent durch jeden Raum in unserem Haus gepflügt. Mein Mann nannte mich zwischenzeitlich liebevoll „meine Fräse“. 🙂

Die aussortierten Dinge wurden je nach Güte verkauft, verschenkt, gespendet oder auch leider weggeworfen.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass das Minimalisieren in verschiedenen Schritten bei mir vonstatten ging. Als erstes kam das „normale“ Entrümpeln. Durch Umzug, sehr quirlige Zwillinge, Verletzungen meinerseits etc. kam es vorher zu einem Ausmiststau. Also habe ich erst einmal ganz normal ausgemistet. Gleichzeitig habe ich mich aber mit dem Thema Minimalismus auseinandergesetzt. Dadurch kam ich nochmal anders in Fahrt. Die Vorstellung, nur noch Dinge um mich herum zu haben, die ich brauche und/oder mag, fand ich wunderbar. Innerlich atmete ich bei dieser Vorstellung auf. Also habe ich mich in das Abenteuer begeben.

Mein Mann zog glücklicherweise mit! Und auch die damals sechsjährigen Kinder waren sehr interessiert.

Irgendwann kamen wir an einen Punkt, an dem wir dachten: „Mehr können wir jetzt bestimmt nicht mehr aussortieren.“ Da habe ich eine kleine Pause eingelegt – und mich noch intensiver mit dem Thema beschäftigt. Und dann habe ich mich noch einmal in Ruhe im Haus umgesehen. Und siehe da, es gab doch noch das eine oder andere Teil, das ich eigentlich nicht mehr brauchte.

In diesem Zuge habe ich auch angefangen, Plastik zu minimieren. Ich wollte einfach kein Mikroplastik in meinem Essen haben… Also fing ich auch an, die Plastikdosen etc. auszusortieren. Teilweise habe ich sie durch Glasbehälter ersetzt. Aber im Hinterkopf war immer die mahnende Stimme, die mir sagte, dass ich ja nun nicht wieder so viel Neues anschaffen wollte. Schließlich fühlte es sich schon angenehm leer an. Naja, so kam eins zum Anderen… Mittlerweile bin ich so weit, dass ich nur noch „zwischendrin“ einzelne Dinge aussortiere. Die Kategorien, die üblicherweise verwendet werden, sind bei mir mittlerweile so klein, dass ich sie einfach mal eben zwischendurch durchgehen kann und dann nur vereinzelt etwas weg kommt.

2020 haben wir als Familie zusammen im November die 30-Tage-Minimalismus-Challenge gemacht . Der Erfolg war grandios! Wieder hatten wir uns von 1860 Teilen verabschiedet. Und das Komische daran war, dass es nicht einmal sonderlich schwer fiel. Obwohl ich doch vorher schon so viel ausgemistet hatte. Das war für mich das Zeichen weiter zu machen. Wir blieben dran. Was mich bei dieser Challenge am meisten schockiert hatte, war die Tatsache, dass das Allermeiste davon Müll war! Man glaubt ja nicht, wie viele Dinge man so hortet, obwohl sie eigentlich keinen Wert mehr haben. Das ist so traurig. War aber gleichzeitig auch mein Ansporn, weiter zu machen. Denn eines wollte ich auf keinen Fall mehr: Dass wir uns mit Müll umgeben! Ich hätte das vorher ehrlich nicht gedacht! Seitdem achte ich immer sehr darauf, wenn ein Teil nicht mehr so richtig gebraucht wird, ob es evtl. entsorgt werden muss. Und auch, wenn es mir dann sehr leid tut, kommt es direkt in den Müll und macht nicht erst den Umweg durch meine Schränke (die wir übrigens auch schon reduzieren konnten!!).

Die Minimalismus-Challenge letzten November haben wir aus persönlichen Gründen abgebrochen. Nahe Verwandte hatten starke gesundheitliche Probleme. Da lagen die Prioritäten einfach woanders.

Nun habe ich bei Valomea auf dem Blog die o. g. Challenge gesehen und dachte so bei mir: „Ach, das brauchst Du nicht mitmachen. Hast ja kaum noch was!“ Jaja, Hochmut kommt vor dem Fall!! 🙂

Meine innere Stimme ließ mich einfach nicht los und so habe ich am Samstag meinem Mann gegenüber verkündet, dass ich diese Challenge mitmachen will. Ich werde nur nicht nach diesen Kategorien vorgehen, sondern einfach mit Fotos festhalten, was ich so in der letzten Woche ausgemistet habe und das dann zählen. Bin mal gespannt, wie viel das dann letztlich werden wird. Bei mir wird es also höchstwahrscheinlich ein buntes Sammelsurium geben. Aber das ist ja eigentlich egal. Denn ich denke, das Ziel ist ja bei allen gleich. Nur noch die wirklich wichtigen und schönen Dinge um sich zu haben. Das schafft Luft, Ordnung, Zeit usw. Ach so, ich werde nur Dinge zählen, die mir oder uns allen gehören. Die Sachen meines Mannes oder der Kinder zähle ich nicht.

Gleichzeitig möchte ich festhalten, was im Gegenzug ins Haus kommt. Denn das gehört ja auch dazu; dass insgesamt mehr raus geht als rein kommt, sonst wird es halt nicht weniger. 😉

Und das sind also meine aussortierten Dinge der letzten Tage:

Die Stiefel sind ein Fehlkauf über eBay Kleinanzeigen. Sie sind mir etwas zu klein. Also dachte ich, warte ich doch bis sie den Kindern passen. Wie man sieht, wurden sie nun ausgiebig getestet und für schlecht befunden, denn sie sind nicht wasserdicht!! Na, das geht ja gar nicht bei Winterstiefeln. Also habe ich sie tatsächlich entsorgt. Denn ich bin der Meinung, wer solche Stiefel kauft, erwartet doch, dass sie wasserdicht sind.. Da finde ich es unfair, wenn ich sie zum Sozialkaufhaus gebe und sie dort von jemandem gekauft werden, der dann genauso enttäuscht ist, wie ich. Nein, ich möchte so nicht behandelt werden, also mache ich das mit Anderen auch nicht!

Die Tasse hat so einen fiesen Sprung, der einen beim Trinken wirklich verletzen könnte, also musste sie leider den Stiefeln folgen.

Die Kerzen liegen hier schon ewig herum. Ich habe schon sehr lange keine solchen Kerzenständer mehr. Wir benutzen nur so Stumpenkerzen. So nimmt sie auch kein Sozialkaufhaus. Wegwerfen wollte ich sie nicht… Aber nun habe ich von einer Bekannten gehört, dass sie genau solche Kerzen oft und gerne nutzt. Also werden sie verschenkt. 🙂

Das ist nämlich bei all der Aussortiererei mein größtes Problem: Ich mag einfach keine Verschwendung. Ich möchte, dass die Dinge genutzt werden. Da wir hier aber auf dem tiefsten Land wohnen, gibt es für mich kaum Möglichkeiten, etwas an Fremde zu verschenken. Ich lege zwar regelmäßig Dinge an die Straße aber hier kommen halt kaum Menschen vorbei. Und bei eBay Kleinanzeigen werden die Dinge oft auch nicht abgeholt. Das sieht in Städten natürlich anders aus. Also frage ich herum. Aber die meisten Menschen, die ich kenne, haben ja auch eher das Problem zu viel Zeugs zu haben. 🙂

Tja, und zu guter Letzt habe ich die Weihnachtsdeko im Haus wieder eingesammelt. Auch die hatte ich im letzten Jahr auf zwei große Kisten reduziert. Aber irgendetwas geht ja doch immer mal wieder kaputt oder wird nicht mehr gebraucht.

Fazit:

1Paar Stiefel

1 Tasse

31 Kerzen

16 Deko-Teile

Das sind demnach 49 Teile. Nicht schlecht dafür, dass wir ja schon ordentlich entrümpelt haben! *lach*

Eingezogen ist im Gegenzug nichts! Juhu!

Minimalismus-Challenge 2022
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7 Gedanken zu „Minimalismus-Challenge 2022

  • 12. Januar 2022 um 19:10
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    Hallo Tanja, ich finde es Klasse das ihr schon so viel erreicht habt und trotzdem gibt es noch Dinge die das Haus verlassen. Bis jetzt habe ich nichts gezählt, aber ich erfreue mich an meinen aufgeräumten Schränke. Wir entsorgen auch sämtliche Plastikschüsseln und ersetzen diese durch Glas – wir befinden uns mitten im Austausch. Ich bin ganz verliebt in unser neues Ordnungssystem. Viel Spaß weiterhin.
    Liebe Grüße Patricia

    Meine Küche Teil 2

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    • 13. Januar 2022 um 16:23
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      Liebe Patricia,
      am schönsten finde ich, wenn das Ganze als Familienprojekt angegangen wird. Wir sprechen darüber, ohne es dogmatisch werden zu lassen. Wie Du es sagst: Spaß sollte es machen.
      Selbst die Kinder sind immer wieder thematisch dabei. Ich bin froh, dass sie das Ganze miterleben und auch aktiv mitwirken. Wir sprechen über diese Themen sehr offen mit ihnen und ich entrümple immer mal wieder kleine Kategorien in ihren Zimmern gemeinsam mit ihnen, wobei sie alleine die Entscheidung treffen, was weg kann und was bleiben darf. Ich halte mich auch mit Bewertungen zurück. Es sind ihre Sachen. Bisher klappt es gut. 🙂
      Lustig sind dann so Reaktionen von Freunden und Verwandten, wenn ich wieder einmal eine Challenge beginne: Was willst DU denn noch aussortieren? Und dann sind wir alle sehr überrascht, wieviel sich doch noch findet… :-))
      Liebe Grüße

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  • 12. Januar 2022 um 21:42
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    Wow! Du bist ja in einem Stadium eingestiegen, in dem ich mich noch lange, lange nicht befinde!
    Aber Minimalismus ist nicht mein Ziel. Trotzdem finde ich viele der Grundsätze, die Du beschreibst sehr wichtig. Und das bewusste Weiterverwenden ist wohl das größte Problem beim Entrümpeln.
    Mir hilft sehr das vor Jahren in dem Pflegeheim, in dem ich arbeite, eingerichtete Verschenkebrett. Ein schnödes Regalbrett zwischen den Mitarbeiterumkleideräumen. Dort geht fast alles in neue Hände!
    Schön, dass Du dabei bist!
    Elke

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    • 13. Januar 2022 um 16:30
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      Oh ja, so ein Verschenkebrett fände ich auch super hilfreich! Ich lege weiterhin Sachen an die Straße. Aber oft ist es halt auch so, dass die Sachen lange nicht weggehen. Und das ständige Raus- und Reintragen macht sie auch nicht besser. :-/
      Immerhin gibt es seit kurzem eine Bücher-Telefonzelle in unserem Ort.

      Ja, dieses Minimalismus-Ding ist irgendwie einfach so passiert. „lach“ Aber alles entspannt und nicht auf Biegen und Brechen. Ich bin einfach süchtig geworden nach leeren Ecken und Schränken. :-))

      Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du diese Challenge mit uns teilst. So bekomme ich noch mal einen anderen Blick auf alles… Und man kann ja an der Resonanz erkennen, wie wichtig das Thema mittlerweile vielen geworden ist.
      Ich freue mich auf die nächsten Wochen.

      Antworten
  • 13. Januar 2022 um 19:01
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    Da bist du einige Schritte weiter als ich. Mit Sicherheit ist es auch eine Generationenfrage. Ich gebe zu, bei einigen Dingen fällt es mir das Entsorgen schwer. Auch wenn ich weiß, dass ich es kaum noch nutzen kann. Gerade Kerzen sind da ein gutes Beispiel. Danke für den Anstupser. Ich gehe mal in mich.
    Liebe Grüße
    Renate

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    • 19. Januar 2022 um 10:53
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      Liebe Renate,
      im Grunde denke ich ja sehr ähnlich. Und wir wissen ja auch, woher das kommt. Es gab hier Zeiten, in denen es ganz anders war. Auch wenn ich glücklicherweise keinen Krieg o. ä. miterleben musste, so bin ich doch auch geprägt von den Folgen des letzten… Meine Omas waren in dieser Zeit jung, meine Eltern sind Baujahr 1950/1952, also Kinder der Nachkriegszeit. Ich bin Jahrgang 1972 und habe absolut nicht im Überfluss gelebt. Neue Kleidung?! Gab es zweimal im Jahr eine Garnitur (1 Jacke, 1 Hose, 1 Pulli). Ansonsten wurden gebrauchte Klamotten aufgetragen, geflickt, verlängert, genäht, gestrickt etc. Es ist doch auch verständlich, dass wir so erzogen wurden.
      Hinzu kommt mittlerweile auch noch das Umweltproblem. Die Worte „Ressourcen schonen“ sind in aller Munde.
      Ehrlich gesagt, plagt mich bei jedem Teil, dass ich weggebe, das schlechte Gewissen.
      Und dennoch sind es Glaubensgrundsätze aus anderen Zeiten. Sie hatten ihre Daseinsberechtigung – absolut und unbestritten. Es ist nur – für mich – an der Zeit, mich von diesen Dingen los zu machen. Das ist für mich das eigentlich Befreiende an den Entrümpelungsaktionen.
      Ganz liebe Grüße Tanja

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